Diese Frage kommt fast immer nach dem ersten Arbeitsjahr, wenn die originalen Ketten verschlissen sind und man entscheiden muss, ob man dieselben nachkauft oder den Typ wechselt.
Es gibt keine universell richtige Antwort. Es gibt eine richtige Antwort für den Untergrund, auf dem man tatsächlich 70 % der Zeit arbeitet, und die findet man, indem man drei Fragen beantwortet.
Was sich konkret ändert
Die Gummikette verteilt das Gewicht, ohne Spuren zu hinterlassen. Sie fährt auf Asphalt, Pflastersteinen, Fliesen, Rasen und Industrieböden, ohne Schäden zu verursachen. Sie ist leiser, vibriert deutlich weniger – wer damit acht Stunden arbeitet, merkt das am Ende des Tages – und man braucht keine Matten oder Schutzabdeckungen, um einen fertigen Hof zu überqueren.
Der Nachteil ist die geringe Aggressivität: in tiefem Schlamm, auf festgefahrenem Schnee oder an nassen Hängen beginnt die Gummikette früher durchzudrehen.
Die Stahlkette greift zu. Auf aufgelockerter Erde, Schlamm, Fels, grobem Schotter und an Hängen hält sie, wo die Gummikette zu rutschen beginnt, und widersteht dem Abrieb dort, wo Gummi verschleißt: Bauschutt, Splitt, Metallspäne, Schrott.
Der Nachteil ist, dass sie alles beschädigt, worüber sie fährt. Auf einem Bodenbelag, einem gepflasterten Weg oder einem gepflegten Rasen hat sie nichts verloren – ein einziger Übergang kann einen Schaden verursachen, der mehr kostet als die Ketten selbst.
Die drei entscheidenden Fragen
Wo fährt man, um zur Baustelle zu gelangen? Nicht wo man arbeitet: wo man durchfährt. Wenn man zum Erreichen der Baustelle einen gepflasterten Hof, eine Garage oder den Garten des Kunden queren muss, ist die Wahl bereits getroffen: Gummi.
Ist der Untergrund abrasiv oder nur weich? Schlamm verursacht wenig Verschleiß, Stein viel. Wer auf Bauschutt, Splitt oder scharfkantigem Abbruchmaterial arbeitet, für den halten Stahlketten deutlich länger und sind am Ende günstiger, auch wenn die einzelne Kette mehr kostet.
Wie wichtig ist die Geräuschentwicklung? In historischen Innenstädten, bei Arbeiten in Mehrfamilienhäusern, in der Nähe von Wohngebäuden oder in eingeschränkten Arbeitszeiten ist Gummi kein Komfort, sondern die Voraussetzung dafür, ohne Beschwerden arbeiten zu können.
Ein Mittelweg, der existiert
Bei gemischten Einsätzen kann man nach Saison oder Auftrag planen: Gummiketten für Grün- und Stadtarbeiten, ein Satz Stahlketten für Monate mit schwerem Baustellenbetrieb oder für einzelne Aufträge auf Fels.
Das kostet anfangs einen Kettensatz mehr und amortisiert sich, wenn der Verschleiß andernfalls doppelt so hoch gewesen wäre.
Was wichtiger ist als das Material
Die Lebensdauer einer Kette hängt weniger vom Material ab als von drei Faktoren, die nichts mit der Materialwahl zu tun haben:
- die Kettenspannung, die bei falscher Einstellung jede Kette ruiniert, egal welcher Typ;
- die Reinigung, weil eingetrocknete Erde zwischen Kette und Rolle von innen schleift;
- die Fahrweise: Gegenläufige Drehungen auf der Stelle und enge Kurven auf aggressivem Untergrund verursachen in einem Nachmittag so viel Verschleiß wie eine normale Arbeitswoche.
Eine gut gepflegte Gummikette hält länger als eine schlecht gepflegte Stahlkette.
Zusammenfassung
Gummi, wenn man auf Oberflächen fährt, die nicht beschädigt werden dürfen, wenn man im Grün- oder Stadtbereich arbeitet oder wenn Lärm ein Problem ist. Stahl, wenn der Untergrund abrasiv ist, wenn Grip am Hang oder im Schlamm gefragt ist oder wenn kein Bodenbelag vorhanden ist.
Im Zweifelsfall schaut man, wo man durchfährt, um zur Baustelle zu gelangen: das ist die entscheidende Einschränkung, nicht die Baustelle selbst.